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Sherlock · Raccoon Score

Raccoon
Score

Eine strukturierte Einschätzung über sieben Kategorien, insgesamt 0 bis 100 Punkte. Der Score ist eine Meinung auf Basis der unten verlinkten Quellen, keine Auszahlungswahrscheinlichkeit und keine Garantie.

39/100 Geringe Passung

Einschätzung per 2026-07-16 · Methodik: Raccoon Score

Score im Detail Einschätzung

Deckungsklarheit & Scope-Kontrolle 8/20

Die Auszahlungs-Staffel ist öffentlich und nachrechenbar, ein seltener Pluspunkt (Bedingungen und Rechenbeispiel unten). Was eine Auszahlung auslöst, ist aber je Engagement privat: kein öffentliches verbindliches Wording, kein Ereigniskatalog. Ein Team kann seine Terms verhandeln, das ist Kontrolle, aber niemand außen kann prüfen, was vereinbart wurde.

Kapital & Auszahlungsfähigkeit 6/20

Sherlock sagt selbst, die Verfügbarkeit der Mittel sei nicht garantiert, und die aktuelle Deckung ist off-chain und unprüfbar: Der oben live ablesbare V2-Pool hält nur einen Bruchteil früherer Reserven. Der $500k-Deckel hält das Versprechen klein; der Euler-Payout belegt, dass Auszahlungsfähigkeit historisch existierte.

Claims-Prozess & Ernstfall-Tauglichkeit 9/15

Die UMA-Eskalation ist die unabhängigste oberste Instanz am Markt, und der Euler-Fall beweist, dass die Pipeline Millionen bewegen kann. Abzüge: Die ersten beiden Instanzen sind Sherlock-intern, Eskalation kostet rund $15k, und eine öffentliche Claims-Datenbank fehlt.

Nutzer-Ergebnis 3/15

Die Builder-Frage: Erreicht die Auszahlung die Nutzer des Protokolls? Bei Shield geht sie ans Team, ohne Weitergabe-Pflicht, und Sherlock sagt selbst, Nutzer sollten nicht mit Entschädigung rechnen. Ehrlich von Sherlock, aber für ein Team, dessen Ziel die Entschädigung seiner Nutzer ist, verspricht Shield dieses Ergebnis nicht. Lesehilfe: Wer rein einen Treasury-Backstop gebündelt mit dem Audit kauft, nicht Nutzer-Schutz, liest diese Kategorie (und die Nutzer-Transparenz) als nicht anwendbar statt als Mangel; der Vergleich läuft dann über die anderen fünf Kategorien.

Governance & Interessenkonflikte 4/10

Der Auditor versichert sein eigenes Audit: gute Anreize vor dem Launch, ein Interessenkonflikt im Claim-Fall. Sherlock hat volle Diskretion über die Plattform-Teilnahme und besetzt das Komitee; das 4-von-7-Multisig ist eine echte, aber begrenzte Kontrolle.

Rechtliche Durchsetzbarkeit 6/10

Anzuerkennen: Anders als bei einer Discretionary Mutual gibt es einen echten bilateralen schriftlichen Vertrag zwischen Sherlock und dem Protokoll-Team, für diese Gegenpartei tatsächlich besser durchsetzbar. Gedeckelt, weil die Terms privat sind, ausdrücklich keine Versicherung und eine Zahlungsgarantie ausschließen.

Transparenz gegenüber Nutzern 3/10

Die Audit-Seite ist radikal transparent, die Cover-Seite das Gegenteil: Die Nutzer eines gedeckten Protokolls können weder Terms noch Kapital noch Claims prüfen. Nur die Score-Staffel ist öffentlich. Die Lücke zeigt: Das ist eine Entscheidung, und sie belastet die Wertung.

Gesamt 39/100 · Geringe Passung

Red Flags Einschätzung

01

Keine vollständigen öffentlichen Produktbedingungen: Die Deckung läuft über private Vereinbarungen je Engagement. Nach Raccoon-Methodik allein schon eine automatische Warnung.

02

Keine öffentliche Information über das Kapital hinter den Auszahlungen, und Sherlock selbst schließt garantierte Mittel-Verfügbarkeit aus: die zweite automatische Warnung.

03

Der Euler-Payout 2023 zehrte laut Presse rund 90% der Reserven auf; den aktuellen Stand des Staking-Pools zeigt die Live-Kachel oben. Das alte Kapitalmodell ist faktisch am ersten Großschaden gestorben.

04

Die ersten beiden Claims-Instanzen (Bounty Judge, Claims Committee) sind Sherlock-intern oder von Sherlock besetzt; Unabhängigkeit beginnt erst bei UMA, hinter rund $15k Eskalationsgebühr.

05

Endnutzer haben nie einen Anspruch: Auszahlungen gehen an Protokoll-Teams, und Sherlock warnt ausdrücklich davor, dass Nutzer mit Entschädigung rechnen.

06

Der Auditor versichert sein eigenes Audit: Zahlt Sherlock bei einem gedeckten Exploit, zahlt es für den eigenen Fehler. Das richtet Anreize vor dem Launch gut aus, schafft aber einen Interessenkonflikt bei der Claims-Bewertung.

Offene Fragen Einschätzung

Punkte, die diese Analyse nicht verifizieren konnte. Wer nennenswertes Cover kauft, sollte sie vorher klären.

  • Ist der Sherlock-V2-Staking-Pool (live oben) noch die Auszahlungsbasis für Shield, oder zahlt Sherlock aus anderen, nicht öffentlichen Quellen?
  • Wie viele Shield-Engagements sind aktiv, und wie hoch ist die ausstehende Gesamtdeckung?
  • Wie sehen die Terms je Engagement aus: gedeckte Ereignisse, Ausschlüsse, Beweispflichten, Fristen?
  • Wurde außer Euler je ein Claim bezahlt, und wurden Claims je abgelehnt?
  • Wer auditiert die aktuellen Sherlock-Protokoll-Contracts, und welche Admin-Rechte und Upgrade-Pfade existieren?
  • Der Drittanbieter-Tracker OpenCover beschreibt separat ein älteres Produkt "Audit Cover" (bis $10M, Preis 2-2,5% der Deckung), während Sherlocks eigene aktuelle Doku nur Shield beschreibt ($500k-Deckel, Score-Staffel, geprüft 23.07.2026). Ist Audit Cover ein abgelöstes Altprodukt, oder eine größere, weiterhin angebotene Stufe neben Shield für größere Engagements?

Quellen

Analyse per 2026-07-16. Keine Verbindung zu Sherlock. Nur zur Information, keine Rechts-, Anlage- oder Versicherungsberatung.

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