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Produkt-Analyse · Native Protocol Cover: Teller

Teller-Protocol-Cover,
Deckung und Lücken.

In Klartext

Das Team kauft ein Cover für alle, die die gelisteten Contracts nutzen. Es zahlt bei einem Hack genau dieser Contracts, abzüglich 5% der Cover-Summe, und die Auszahlung muss an die Nutzer weitergegeben werden, sonst ist das Cover nichtig.

Teller ist ein Lending-Protokoll rund um ein offenes Orderbuch-Modell, bei dem Kreditgeber eigene Kriterien setzen und Kapital gezielt an Märkte binden, statt sich auf einen einzigen gepoolten Zins zu verlassen. Nexus listet dafür ein Native Protocol Cover: der Produkttyp, bei dem das Team ein Cover kauft und seine Nutzer die geschützte Partei sind, mit einem Wording, das das Team zur Weitergabe einer Auszahlung verpflichtet. Das ist derzeit das einzige aktive Listing dieses Typs auf Nexus. Sein Annex ist der präziseste im ganzen Set: Er benennt jeden gedeckten Contract einzeln und pinnt sie auf einen bestimmten GitHub-Commit. Diese Analyse liest diesen Annex und prüft die Passung. Fakten, keine Beratung.

71/100 Solide Passung

Für wen: Das Teller-Team, zum Schutz seiner NUTZER (Kreditgeber und -nehmer auf den gedeckten Contracts) vor einem Smart-Contract-Versagen

Die stärkste Struktur für Nutzer in der ganzen Team-Familie, und die mit den schärfsten Kanten. Zwei Dinge heben sie ab. Erstens leistet das Basis-Wording, was kein Annex kann: Klausel 10.12 macht die Auszahlung zum Eigentum der Nutzer, ein Team, das sie behält, macht das Cover nichtig, und der Schadennachweis wechselt von Wallet-Signaturen zum Team-Post-Mortem, also zu dem, was nach einem Exploit tatsächlich passiert. Zweitens ist der Annex ungewöhnlich streng: Er listet jeden gedeckten Contract namentlich, pinnt die gedeckte Version auf den GitHub-Commit 38c87ae und stellt fest, dass das Cover weder teilweise noch ganz auf einen Contract außerhalb dieser Liste angewendet werden kann. Das ist überprüfbarer Scope, und das ist selten. Dieselbe Strenge ist das Risiko. Ein gepinnter Commit altert: Jeder Contract, der danach deployed oder aktualisiert wurde, und jeder Markt- oder Peripherie-Contract, der nicht auf der Liste steht, liegt außerhalb des Covers, und ein Lending-Protokoll ist ein bewegliches Ziel. Dazu Klausel 10.11, die Verluste ausschließt, die das Team durch eigene Admin-Rechte verursacht, inklusive Pausieren, und man hat ein Cover, das im sauberen Fall hervorragend ist (ein Bug in einem gelisteten Contract in der gepinnten Version) und im unsauberen dünn (ein Vorfall über neueren Code, oder einer, bei dem das Team eingreift, um Schaden zu begrenzen). Mit fixen 4,05% pro Jahr und 5% Selbstbehalt ist es zudem das teuerste der von uns analysierten nutzer-schützenden Listings, was zur Gefahr passt, aber eine bewusste Entscheidung sein sollte.

Datenkonfidenz: mittel · Einschätzung per 2026-07-19 · Methodik: Raccoon Score

Lesehilfe: Woher jeder Wert stammt

On-chain Aus Contracts gelesen, jederzeit von jedem nachprüfbar.
Vertragsdokument Aus einem verbindlichen Dokument, off-chain, aber nachlesbar.
Anbieterangabe Vom Anbieter angegeben, off-chain: reine Vertrauenssache.
Drittquelle Aus einer Drittquelle, off-chain: Vertrauenssache.
Einschätzung Unsere Einschätzung nach Raccoon-Methodik.

Nur On-Chain-Werte sind ohne Vertrauen in irgendjemanden nachprüfbar. Alles Off-Chain, auch verbindliche Dokumente, hängt am Ende am Vertrauen in die Quelle.

Live on-chain On-chain

Lese die Chain…

Kurzprofil

Anbieter Nexus Mutual (Rechtsnatur, Claims, Kapital: siehe Anbieterprofil) Einschätzung
Produkt Teller Native Protocol Cover Terms plus ein eigener Annex (hier aus IPFS gelesen). Privat und Fixpreis Vertragsdokument
Wer geschützt ist Die Nutzer des Protokolls: Nach dem Native-Protocol-Cover-Wording ist Cover ohne Wissen der Nutzer oder eine nicht für sie bestimmte Auszahlung nichtig (Klausel 10.12) Vertragsdokument
Gedecktes Protokoll Teller: DeFi-Lending im Orderbuch-Stil, bei dem Kreditgeber Kapital nach eigenen Kriterien über TellerV2 und die Lender-Commitment-Contracts binden Anbieterangabe
Gedeckte Contracts Im Annex einzeln benannt: Collateral Manager, CollateralEscrowV1, Smart Commitment Forwarder, TellerV2 (mit TellerV2Context, TellerV2 Storage, V2Calculations), Market Registry, LenderCommitmentGroup_Smart (mit UniswapPricingLibrary), LenderCommitmentGroupShares und LenderCommitmentGroup_Pool_V2 Vertragsdokument
Version gepinnt Die gedeckte Version dieser Contracts ist die aus GitHub-Commit 38c87ae, laut Annex Vertragsdokument
Selbstbehalt 5% der Cover-Summe (laut Annex) Vertragsdokument
Preis & Währungen Fix 4,05% pro Jahr; Cover-Währungen ETH, USDC und cbBTC Anbieterangabe

Ein gepinnter Commit ist die beste und zugleich sprödeste Scope-Definition, die es gibt: Die meisten Cover-Wordings beschreiben das gedeckte System in Prosa, was nach einem Vorfall Auslegungsspielraum lässt. Dieser Annex macht das Gegenteil: Er benennt neun Contracts, fixiert ihre gedeckte Version auf einen einzigen Commit-Hash und sagt ausdrücklich, dass das Cover weder teilweise noch ganz auf irgendetwas außerhalb dieser Liste ausgedehnt werden kann. Jeder kann den Scope an einem Nachmittag überprüfen, und nach einem Exploit gibt es wenig zu streiten, ob der betroffene Contract drin war. Der Preis dieser Präzision ist, dass sich das Protokoll weiterbewegt und der Commit nicht. Ein nach einem Upgrade neu deployter Contract, ein neuer Markt, ein Peripherie-Helfer, ein nach einem Audit ausgelieferter Fix: Jedes davon liegt außerhalb der gepinnten Version, solange der Annex nicht aktualisiert wird. Die Frage zu diesem Cover lautet also nie nur "gibt es Cover", sondern "entspricht der deployte Code noch dem Commit, gegen den das Cover geschrieben wurde".

Was gedeckt ist Vertragsdokument

Das Native-Protocol-Cover-Wording plus der Teller-Annex. Das gedeckte Ereignis ist ein Verlust von Nutzergeldern durch ein Versagen der gelisteten Contracts in der gepinnten Version, oberhalb eines Selbstbehalts von 5% der Cover-Summe.

Real-Risk-Fit

Hauptrisiko: Exploit eines gelisteten Teller-Contracts in der gepinnten Version gedeckt

Das Risiko, das hier am ehesten weh tut, liegt im Cover.

1 gedeckt 3 bedingt 4 ausgeschlossen umrandet = Hauptrisiko
Passt das zu dir?

Wähle, wovor du wirklich Schutz willst; die Liste unten hebt deine Antwort hervor. Läuft nur in deinem Browser, nichts wird gesendet.

Auch "gedeckt" ist keine Zahlungsgarantie: Über jeden Claim entscheiden die Mitglieder der Mutual (Claims-Assessoren). Ein Risiko, das hier nicht gelistet ist, ist vermutlich gar nicht Teil des Wordings. Keine Beratung.

Wähle oben deine Risiken, dann erscheinen genau die hier, mit dem Urteil: gedeckt oder nicht.

Konditionen im Kleingedruckten Vertragsdokument

Wording Teller Native Protocol Cover Terms plus der hier aus IPFS gelesene Annex; der Annex setzt den Selbstbehalt und die exakt gedeckten Contracts
Selbstbehalt 5% der Cover-Summe
Scope-Grenze Strikt auf die benannten Contracts begrenzt; der Annex schließt aus, das Cover teilweise oder ganz auf etwas außerhalb dieser Liste anzuwenden
Gedeckte Version Die Contracts im Stand von GitHub-Commit 38c87ae im Teller-Protocol-Repository
Weitergabe-Pflicht Klausel 10.12: Die Auszahlung muss für die Nutzer bestimmt sein; behält das Team sie, ist das Cover nichtig
Zugang Privat (isPrivate) und Fixpreis zu 4,05% pro Jahr, gezeichnet von mehreren der dafür zugelassenen Pools (live)

Wer über Claims entscheidet Anbieterangabe

Gleicher Kernprozess wie bei jedem Nexus-Claim (Claims Committee, Assessor-Voting), aber der Typ Native Protocol Cover ändert den praktischen Teil: Der Schadennachweis ist ein Team-Post-Mortem mit Transaktions-Referenzen statt Wallet-Signaturen je Nutzer, was nach einem protokollweiten Exploit deutlich handhabbarer ist. Die gepinnte Contract-Liste verengt außerdem, worüber gestritten werden muss: Ob der versagende Contract im Scope war, ist hier fast eine Tatsachenfrage statt einer Auslegungsfrage. Kein Teller-Claim ist dokumentiert.

Raccoon Score Einschätzung

Eine strukturierte Einschätzung über sieben Kategorien, insgesamt 0 bis 100 Punkte. Der Score ist eine Meinung auf Basis der unten verlinkten Quellen, keine Auszahlungswahrscheinlichkeit und keine Garantie.

Hinweis: Dieses Produkt kauft ein Protokoll-Team, kein Endnutzer. Wir bewerten es deshalb mit unserer Team-Rubrik, die die Fragen eines Teams stellt. Die wichtigste davon: Kommt das Geld im Ernstfall wirklich bei den Nutzern an? Vergleiche diesen Score nur mit anderen Team-Produkten, nicht mit der Retail-Liste.

Prämie-Cross-Check
Raccoon-Score 71/100 Solide Passung
vs
Markt-Prämie 4.05%/Jahr hohes Risiko · Momentaufnahme
Der Markt bepreist mehr Risiko, als die Cover-Bewertung allein zeigt. Das Risiko steckt meist im gedeckten Protokoll, nicht in der Cover-Qualität.

Die Prämie ist das Preisurteil der Bürgen: vor allem, wie wahrscheinlich ein Claim ist. Der Raccoon-Score misst, wie gut das Cover ist: Passung, Klarheit, Kapital, Claims. Wo beide auseinanderlaufen, lohnt der zweite Blick.

Deckungsklarheit & Scope-Kontrolle 17/20

Die beste Scope-Definition im Set: neun einzeln benannte Contracts, die gedeckte Version auf einen Commit-Hash gepinnt, und die ausdrückliche Feststellung, dass nichts außerhalb der Liste gedeckt ist. Das kann jeder überprüfen. Abzug: Der gepinnte Commit altert mit jedem Upgrade, und der Annex sagt nicht, wie oder ob er nachgezogen wird.

Kapital & Auszahlungsfähigkeit 16/20

Gleicher gemeinsamer Pool wie im Anbieterprofil, on-chain prüfbar, live oben. Zugelassen zum Zeichnen sind mehrere Pools, tatsächlich Kapazität tragen aber nur wenige. Maßgeblich ist die zweite Zahl: Eine Auszahlung hängt an den Managern, die wirklich gezeichnet haben, nicht an denen, die es dürften. Die Zahl der Zulassungen allein überzeichnet die Streuung.

Claims-Prozess & Ernstfall-Tauglichkeit 11/15

Die beste Ernstfall-Tauglichkeit aller Team-Produkte hier: ein Cover für alle Nutzer, Schadennachweis per Post-Mortem statt Wallet-Signaturen, und ein Scope so präzise, dass die Drin-oder-draußen-Frage weitgehend Tatsachenfrage ist. Minus: ungetestet, und Klausel 10.11 bestraft genau das Eingreifen, das ein Vorfall verlangt.

Nutzer-Ergebnis 11/15

Die Builder-Frage: Erreicht die Auszahlung die Nutzer des Protokolls? Klausel 10.12 beantwortet das strukturell, und das ist das einzige Listing im aktiven Team-Set, bei dem das gilt: Die Auszahlung muss für die Nutzer bestimmt sein, sonst ist das Cover nichtig, das Team ist also Treuhänder, nicht Eigentümer. Abzug: Wie die Verteilung praktisch läuft und wer sie prüft, ist ungetestet.

Governance & Interessenkonflikte 5/10

Nexus-Seite unverändert. Team-Seite: Dieselben Admin-Rechte, die 10.11 greifen lassen, braucht ein Team auch, um auf einen Angriff zu reagieren, das Wording setzt das Team also im denkbar schlechtesten Moment in einen Konflikt. Ob der Annex nach Upgrades aktuell gehalten wird, ist ebenso allein die Entscheidung des Teams.

Rechtliche Durchsetzbarkeit (geerbt) 3/10

Discretionary Cover, kein einklagbarer Anspruch: identisch zum Anbieterprofil. Für Teams kommt mit 10.12 ein weiterer Weg hinzu, das Cover ganz zu verlieren.

Transparenz gegenüber Nutzern 8/10

Das Stärkste hier: Der Annex ist öffentlich, die gedeckten Contracts sind benannt, die Version ist ein überprüfbarer Commit, und die aktive Cover-Summe ist über die Nexus-API sichtbar. Reduziert, weil ein Nutzer weiter nicht sehen kann, ob der heute deployte Code dem gepinnten Commit entspricht, und genau diese Tatsache entscheidet, ob das Cover greift.

Gesamt 71/100 · Solide Passung

Red Flags Einschätzung

01

Klausel 10.11 schließt Verluste aus, die das Team durch eigene Admin-Rechte verursacht, inklusive Pausieren: Die übliche Incident Response kann den Verlust aus dem Cover schieben.

02

Die gedeckte Version ist auf Commit 38c87ae gepinnt: Danach aktualisierte oder deployte Contracts sind nicht gedeckt, solange der Annex nicht nachgezogen wird, und nichts zeigt Nutzern diesen Zustand.

03

Uneinbringliche Forderungen sind nicht gedeckt: Das Alltagsrisiko eines Lending-Protokolls, ein ausfallender Kreditnehmer oder nicht ausreichende Sicherheiten, ist Kreditrisiko und bleibt beim Kreditgeber.

04

Die Auszahlung bleibt Ermessenssache: Der Verlust wird per Assessor-Voting entschieden, die Warnung von der Anbieter-Ebene gilt unverändert.

05

Klausel 10.12 macht das Cover nichtig, wenn die Auszahlung nicht für die Nutzer bestimmt ist: starker Schutz für Nutzer, und ein realer Weg für ein Team, durch falschen Umgang mit der Auszahlung alles zu verlieren.

06

Das Teuerste der vier von uns analysierten mit fixen 4,05% pro Jahr plus 5% Selbstbehalt: der Preis dafür, aktives Smart-Contract-Risiko zu decken statt eines seltenen Tail-Ereignisses.

Offene Fragen Einschätzung

Punkte, die diese Analyse nicht verifizieren konnte. Wer nennenswertes Cover kauft, sollte sie vorher klären.

  • Entspricht der aktuell deployte Teller-Code noch dem Commit 38c87ae für alle neun gelisteten Contracts? Das ist die entscheidungsrelevanteste Tatsache zu diesem Cover und am Listing nicht sichtbar.
  • Ist derzeit Cover gekauft, und über welche Summe? Bei einem Team-Produkt schützt die gekaufte Summe die Nutzer, nicht die angebotene Kapazität.
  • Wie wird eine Auszahlung praktisch an Kreditgeber und -nehmer verteilt, und wer prüft, dass sie ankam (die 10.12-Bedingung)?
  • Wo genau verläuft unter Klausel 10.11 die Grenze zwischen einem Team, das pausiert um einen Angriff zu stoppen, und einem Team, das den Verlust verursacht? Das Wording nimmt Abwehrhandlungen nicht aus.

Quellen

Analyse per 2026-07-19. Live-Zahlen aktualisieren sich alle 5 Minuten aus den Contracts. Keine Verbindung zu Native Protocol Cover: Teller. Nur zur Information, keine Rechts-, Anlage- oder Versicherungsberatung.

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Unabhängige Analyse von DeFi-Cover. Wir lesen die Bedingungen, die sonst niemand aufmacht.