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Produkt-Analyse · Native Protocol Cover: for teams

Das Team kauft,
die Nutzer sind gedeckt.

In Klartext

Für Protokoll-Teams, nicht Retail: Das Team kauft ein Cover für seine Nutzer, bis $25M. Zahlt bei Exploits und definierten ökonomischen Fehlern, Claim per Team-Post-Mortem. Fallstricke: eigene Admin-Aktionen mit Verlustfolge sind ausgeschlossen, und die Auszahlung muss bei den Nutzern ankommen.

Native Protocol Cover ist das Builder-Produkt im Nexus-Sortiment: Ein Protokoll-Team (DPTM) kauft ein Cover, das die TVL des Protokolls oder einen Teil davon schützt, laut Doku bis $25M. Nutzer kaufen nichts und halten nichts; das Team reicht den Claim mit technischem Post-Mortem ein. Diese Analyse liest Part A des Cover-Wordings und kartiert, wohin der Schutz reicht und wo er endet. Fakten, keine Beratung.

63/100 Eingeschränkte Passung

Für wen: Protokoll-Teams, die ihre NUTZER gegen einen Exploit des eigenen Protokolls absichern

Strukturell das interessanteste Nexus-Produkt für Builder: Ein Kauf deckt alle Nutzer, der Schadennachweis wechselt von Wallet-Signaturen zum Team-Post-Mortem, und Non-EVM-Deployments können eingeschlossen werden, was das Retail-Protocol-Cover ausschließt. Die Grenzen sind ebenso strukturell: Die Auszahlung bleibt ein Ermessens-Vote der Assessoren, Verluste durch eigene Admin-Aktionen des Teams sind ausgeschlossen (ein echtes Spannungsfeld in der Incident Response), die Auszahlung muss an die Nutzer weitergereicht werden, sonst ist das Cover nichtig, und Preis plus Annex-Umfang sind bespoke und nicht öffentlich. Ein einzeln dokumentierter Part-A-Payout war in öffentlichen Quellen nicht verifizierbar.

Datenkonfidenz: mittel · Einschätzung per 2026-07-16 · Methodik: Raccoon Score

Lesehilfe: Woher jeder Wert stammt

On-chain Aus Contracts gelesen, jederzeit von jedem nachprüfbar.
Vertragsdokument Aus einem verbindlichen Dokument, off-chain, aber nachlesbar.
Anbieterangabe Vom Anbieter angegeben, off-chain: reine Vertrauenssache.
Drittquelle Aus einer Drittquelle, off-chain: Vertrauenssache.
Einschätzung Unsere Einschätzung nach Raccoon-Methodik.

Nur On-Chain-Werte sind ohne Vertrauen in irgendjemanden nachprüfbar. Alles Off-Chain, auch verbindliche Dokumente, hängt am Ende am Vertrauen in die Quelle.

Kurzprofil

Anbieter Nexus Mutual (Rechtsnatur, Claims, Kapital: siehe Anbieterprofil) Einschätzung
Produkt Native Protocol Cover: Part A der Protocol-Cover-Terms (dediziertes Wording aus IPFS gelesen) Vertragsdokument
Käufer Nur ein Designated Protocol Team Member (DPTM). Claims durch Dritte machen das Cover ungültig (Part A) Vertragsdokument
Wer geschützt ist Die Nutzer des Protokolls: Cover ohne Wissen der Nutzer oder ohne Weitergabe der Auszahlung an sie ist nichtig (Klausel 10.12) Vertragsdokument
Maximale Deckung Bis $25M der Protokoll-TVL oder ein Teil davon (laut Doku); Sub-Limits je Covered Event per Annex möglich Anbieterangabe
Chains Non-EVM-Deployments können unter Part A in den Scope (Klausel 10.1.1): ein echter Unterschied zum Retail-Protocol-Cover Vertragsdokument
Selbstbehalt / Wartezeit 5% Selbstbehalt, 14 Tage Cool-down, 35 Tage Nachmeldefrist, Auszahlungsabruf binnen 30 Tagen (laut Wording; Annex kann abweichen) Vertragsdokument
Kaufweg Nicht in der App gelistet: bespoke über das Nexus-Team (Kontaktformular), Details je Abschluss im Annex Anbieterangabe

Der strukturelle Deal: Ein Kauf, alle Nutzer gedeckt, und der Schadennachweis wechselt von Wallet-Signaturen zum Team-Post-Mortem mit Transaktions-Referenzen: nach einem protokollweiten Exploit deutlich praktikabler. Im Gegenzug akzeptiert das Team zwei Klauseln mit Zähnen. Klausel 10.11: Nutzt das Team eigene Admin-Rechte, inklusive Pausieren von Funktionen, und führt das zu Nutzer-Verlusten, ist der Verlust ausgeschlossen, was in echter Incident Response unbequem werden kann. Klausel 10.12: Die Auszahlung muss für die Nutzer bestimmt sein; behält das Team sie, ist das Cover nichtig.

Was gedeckt ist Vertragsdokument

Part A angewandt. Die gedeckten Ereignisse entsprechen dem Retail-Protocol-Cover (gleiche Definitionen, gleiche Schwellen); was sich ändert, ist wer kauft, wie der Schaden bewiesen wird, und zwei team-spezifische Ausschlüsse. Der Annex kann je Abschluss zusätzlich Covered Events herausnehmen.

Real-Risk-Fit

Hauptrisiko: Smart-Contract-Exploit des Protokolls gedeckt

Das Risiko, das hier am ehesten weh tut, liegt im Cover.

4 gedeckt 2 bedingt 5 ausgeschlossen umrandet = Hauptrisiko
Passt das zu dir?

Wähle, wovor du wirklich Schutz willst; die Liste unten hebt deine Antwort hervor. Läuft nur in deinem Browser, nichts wird gesendet.

Auch "gedeckt" ist keine Zahlungsgarantie: Über jeden Claim entscheiden die Mitglieder der Mutual (Claims-Assessoren). Ein Risiko, das hier nicht gelistet ist, ist vermutlich gar nicht Teil des Wordings. Keine Beratung.

Wähle oben deine Risiken, dann erscheinen genau die hier, mit dem Urteil: gedeckt oder nicht.

Konditionen im Kleingedruckten Vertragsdokument

Schadennachweis Part A ersetzt Wallet-Signaturen durch ein detailliertes Post-Mortem: technische Ursache, Nachweis des Mittelabflusses, Referenzen auf die relevanten Transaktionen
Schadenbewertung Zum Verlustzeitpunkt, abzüglich Rückflüssen, zu coingecko.com-Kursen; ökonomische Ereignisse über ein 2-Stunden-Fenster
Regress / Subrogation Regressrechte werden binnen 20 Tagen nach Auszahlung an die Terrapin International Foundation abgetreten; keine Doppelentschädigung
Wesentliche Risikoänderung Nexus kann Claims ablehnen, wenn das Team das Risikoprofil im eigenen Einflussbereich wesentlich verändert hat (Klausel 17)
Wer kaufen kann Nexus-Mitgliedschaft (KYC) nötig; der Käufer muss aktiver Mitwirkender des Protokolls sein (DPTM-Definition)

Wer über Claims entscheidet Anbieterangabe

Gleiche Entscheidungsmaschinerie wie bei jedem Nexus-Claim: Das dreiköpfige Claims Committee prüft, stimmt ab (2 von 3), 72 Stunden Voting, 24 Stunden Cool-down, Neueinreichung bei Ablehnung. Anders ist die Beweisführung: Das Komitee prüft das Team-Post-Mortem und die On-Chain-Historie des Protokolls statt Wallet-Nachweisen. Die Mutual hat Protokoll-Exploit-Claims unter dem Retail-Wording bezahlt (CREAM, Rari, Euler); ein einzeln dokumentierter Payout unter Part A war in öffentlichen Quellen nicht verifizierbar.

Raccoon Score Einschätzung

Eine strukturierte Einschätzung über sieben Kategorien, insgesamt 0 bis 100 Punkte. Der Score ist eine Meinung auf Basis der unten verlinkten Quellen, keine Auszahlungswahrscheinlichkeit und keine Garantie.

Hinweis: Dieses Produkt kauft ein Protokoll-Team, kein Endnutzer. Wir bewerten es deshalb mit unserer Team-Rubrik, die die Fragen eines Teams stellt. Die wichtigste davon: Kommt das Geld im Ernstfall wirklich bei den Nutzern an? Vergleiche diesen Score nur mit anderen Team-Produkten, nicht mit der Retail-Liste.

Deckungsklarheit & Scope-Kontrolle 13/20

Die Ereignis-Definitionen und Schwellen sind so präzise wie im Retail-Wording, Part A selbst ist kurz und lesbar, und das Team kann seinen Scope (Chains, Sub-Limits) im Annex gestalten. Abzüge: Derselbe private Annex kann Covered Events herausnehmen, und die 10.11-Grenze zu Admin-Aktionen ist im Ernstfall wirklich unscharf.

Kapital & Auszahlungsfähigkeit 15/20

Gleicher gemeinsamer Pool wie im Anbieterprofil, on-chain in Echtzeit prüfbar, mit der MCR-Quote als Solvenz-Maßstab. Ein $25M-Native-Cover ist ein spürbarer einzelner Kumulpunkt gegen diesen Pool.

Claims-Prozess & Ernstfall-Tauglichkeit 9/15

Dokumentierter Komitee-Prozess und bezahlte Präzedenzfälle unterm Retail-Wording; der Post-Mortem-Beweisweg ist genau das, was ein Team nach einem protokollweiten Exploit braucht. Abzüge: kein öffentlicher Part-A-Präzedenzfall, und die entscheidenden Grenzfragen (10.11) sind ungetestet.

Nutzer-Ergebnis 11/15

Die Builder-Frage: Erreicht die Auszahlung die Nutzer des Protokolls? Klausel 10.12 beantwortet das strukturell: Die Auszahlung muss für die Nutzer bestimmt sein, sonst ist das Cover nichtig; das Team ist Treuhänder, nicht Eigentümer. Abzug: Wie die Verteilung praktisch läuft und wer sie prüft, ist ungetestet (siehe offene Fragen).

Governance & Interessenkonflikte (geerbt) 6/10

Anbieter-Governance unverändert: Mitglieder-Votes, Advisory-Board-Eingriffsrechte, Delegations-Konzentration.

Rechtliche Durchsetzbarkeit (geerbt) 3/10

Discretionary Cover, kein einklagbarer Anspruch: identisch zum Anbieterprofil. Für Teams kommt mit 10.12 ein weiterer Weg hinzu, das Cover ganz zu verlieren.

Transparenz gegenüber Nutzern 6/10

Das volle Wording ist öffentlich auf IPFS, die Claims-Maschinerie dokumentiert: Nutzer KÖNNEN nachlesen, was Native Cover verspricht. Abzüge: Annex, Preis und die Liste der Teams mit Native Cover sind privat, ein Nutzer kann also nicht prüfen, ob sein Protokoll eines hat und was es deckt.

Gesamt 63/100 · Eingeschränkte Passung

Red Flags Einschätzung

01

Die Auszahlung bleibt Ermessenssache: Die Warnung von der Anbieter-Ebene gilt voll, jetzt mit einer Entscheidung in $25M-Größenordnung bei einem 3-Personen-Komitee.

02

Klausel 10.11 schließt Verluste durch eigene Admin-Aktionen des Teams aus, inklusive Pausieren. Im laufenden Exploit entscheidet die Grenze zwischen Angreifer-Schaden und Reaktions-Schaden über den Claim, und sie wurde nie getestet.

03

Klausel 10.12 macht das Cover nichtig, wenn die Auszahlung nicht für die Nutzer bestimmt ist: Das Team ist Treuhänder der Auszahlung, nicht ihr Eigentümer.

04

Der effektive Schutz steht in einem privaten Annex (abgewählte Events, Chains, Sub-Limits). Das öffentliche Wording allein sagt einem Nutzer nicht, was sein Protokoll-Team tatsächlich gekauft hat.

05

Kein öffentlicher Part-A-Präzedenzfall, kein öffentlicher Preis, keine öffentliche Liste von Teams mit Native Cover: Das Produkt ist laut Wording real, aber sein Markt ist von außen unsichtbar.

06

Ein gemeinsamer Kapitalpool deckt alle Nexus-Produkte: Ein großes Native Cover hängt an diesem Pool und leert ihn im Claim-Fall zugleich für alle anderen.

Offene Fragen Einschätzung

Punkte, die diese Analyse nicht verifizieren konnte. Wer nennenswertes Cover kauft, sollte sie vorher klären.

  • Wurde je ein Part-A-Claim eingereicht oder bezahlt, und würde Nexus ihn wie Retail-Claims in der Claims-Datenbank veröffentlichen?
  • Wie wird die Auszahlung praktisch an die Nutzer verteilt, und wer prüft, dass sie ankam (die 10.12-Bedingung)?
  • Wie verhält sich Klausel 10.11 zu einem Notfall-Pause WÄHREND eines Exploits: Wird der verhinderte Verlust gegen den verursachten gerechnet?
  • Was kostet Native Cover relativ zur gleichen Summe Retail-Cover auf dem Protokoll-Listing, und wie entsteht der Preis ohne öffentliches Listing?
  • Welche Teams halten aktuell Native Cover? Nutzer dieser Protokolle haben eine Basis-Absicherung, ohne es zu wissen.

Quellen

Analyse per 2026-07-16. Keine Verbindung zu Native Protocol Cover: for teams. Nur zur Information, keine Rechts-, Anlage- oder Versicherungsberatung.

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